Standpunkte

 

Auf Initiative der SPD-Meine trafen sich am Mittwoch den 10. Mai 2017 zum Thema "1-Stundentakt jetzt" für die Regionalbahn in Meine, SPD-Ratsmitglieder aus Meine und der Samtgemeinde, sowie interessierte Bürger am Bahnhof in Meine, um sich über den Stand der Vorbereitung zur Einführung des Einstundentaktes zwischen Braunschweig und Uelzen zu informieren.

Als sachkundige Vertreter waren Detlef Tanke, der Leiter der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Großraum Braunschweig und Brigitte Brinkmann, Mitglied des Kreistages, sowie der zuständige Planer des Regionalverbandes, Ronald Matern, erschienen.

Die an sich eingleisige Strecke zwischen Braunschweig und Uelzen benötigt bei einer Verkürzung der Taktzeit weitere Ausweichgleise, an denen sich die Züge begegnen können. Geplant ist, dass hierzu in Rötgesbüttel der Bahnhof 500 m weiter nach Süden verlagert wird, weil am der jetzigen Bahnhof kein Platz für ein zweites Gleis ist.

Der Meiner Idee, doch statt des - nicht ganz billigen - Bahnhofneubaus in Rötgesbüttel das in Meine vorhandene zweite Gleis zu ertüchtigen und für den Ausweichverkehr zu nutzen, erteilte Herr Matern eine Absage mit der Aussage, Meine liege zwar räumlich, aber nicht von der Fahrzeit her in der Mitte, so dass bei einer Zugbegegnung in Meine doch kein echter Einstundentakt zu realisieren wäre.

Es gab schon viele Versprechen in der Vergangenheit den Einstundentakt einzuführen, in Meine zuletzt im Meiner Umwelt- und Planungsausschuss durch einen Vertreter des Regionalverbandes, der den Takt für 2016 in Aussicht gestellt hatte.

Eine erste Planung zur Errichtung eines neuen Bahnhofs in Rötgesbüttel mit zweitem Gleis ist gescheitert und wurde vom Eisenbahnbundesamt komplett zurückgezogen. Die DB Netz AG hatte hier aus Rötgesbütteler Sicht eine Planvariante bevorzugt, die sich praktisch nicht mit dem innerörtlichen Verkehr in Rötgesbüttel vertrug.

Herr Matern und Detlef Tanke konnten den anwesenden Bürgern jedoch die Nachricht überbringen, dass der schwierige Zugang zu den Ackerflächen für die ansässigen Landwirte in Rötgesbüttel nun zufriedenstellend gelöst sei und die Rötgesbütteler Bahnhofstraße nicht über Gebühr belastet wird. Die erforderliche Grundstücksübergabe ist im Grundsatz geregelt, so dass es im Wesentlichen keine strittigen Fragen mehr gibt. Die Aussage war, dass die Planung sich auf einem guten Gleis befinde, und wenn alles glatt laufen und keiner mehr klagen würde, im Herbst 2018 mit dem Baubeginn zu rechnen sei. Als Bauzeit veranschlagte Herr Matern rund ein Jahr. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 könnte es also etwas werden mit dem Einstundentakt!

Die Ortsdurchfahrt durch Abbesbüttel ist sehr lang, ca.2,6 km, sehr gerade und zudem breit und gut ausgebaut. Dies verleitet häufig Autofahrer dazu, die Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten. Dies ist gefährdend für andere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger, Radfahrer und besonders auch für die vielen Kinder, die auf ihrem Schulweg die Straße überqueren müssen, bzw. an der Straße auf den
Schulbus warten. Höhere Geschwindigkeiten führen außerdem zu einer höheren Lärmbelastung.

Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchzuführen, insbesondere in einer Straße mit regem Busverkehr ist nicht unproblematisch, zudem auch andere Entscheidungsträger mitwirken, da diese Durchgangsstraße eine Landesstraße ist.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass Anzeigetafeln, die auch in der Ortsmitte Abbesbüttel nochmals an die Höchstgeschwindigkeit erinnern, errichtet werden. Diese können auf freundliche Art (Smilies) auf die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenze aufmerksam machen und damit helfen die Lebens- und Wohnsituation der Abbesbüttler Bürger ein Stück weit zu verbessern.

Beim Thema Bahn gibt es immer wieder heftige Kritik, da der versprochene Stundentakt immer noch nicht realisiert ist. Allgemeiner Tenor: „Alle zwei Jahre werden wir um wiederum zwei Jahre vertröstet. ...“. Offensichtlich geht es beim Bau des Begegnungsgleises in Rötgesbüttel immer noch nicht voran. Im Bahnhof Meine liegt schon oder noch immer ein zweites Gleis, das für eine Übergangszeit nutzbar gemacht werden könnte. Dann wäre zwar nur ein verlängerter Stundentakt realisierbar. Aber ein schlechter Stundentakt ist besser, als der augenblickliche Zweistundentakt. Es sollte auch überlegt werden, ob nicht für eine Übergangszeit ein Stundentakt „nur“ zwischen Braunschweig und Gifhorn eingerichtet werden kann.

Wir setzen uns dafür ein, einen Fachmann des Großraumverbandes in den zuständigen Gemeindeausschuss einzuladen.